
Marktforschung Insights, die Entscheidungen ermöglichen
Je nach Entscheidungssituation und Reifegrad Ihres Pricings eignen sich unterschiedliche Preisforschungs-Setups. Die folgende Auswahl an Methoden ist praxisbewährt und lässt sich bei Bedarf so anpassen bzw. kombinieren, dass sowohl Realitätsnähe als auch Entscheidbarkeit entstehen.
Bei der Auswahl des optimalen Preisforschungs-Setups orientieren wir uns immer an dem Ziel, dass die Befragten möglichst dieselben Entscheidungsregeln anwenden, welche sie auch in der Realität nutzen. Nur wenn diese Anforderung erfüllt ist, können valide Insights generiert werden.


Gabor-Granger
Kurz gesagt: Direkte Preisabfrage mit wenigen, vordefinierten Preispunkten – schnell, klar, gut kommunizierbar.
Wann einsetzen
- Wenn Sie bereits plausible Preispunkte im Kopf haben
- Wenn Kund:innen nur ungefähres Preiswissen haben (z. B. Marktneuheit, Low-Involvement, Entscheidungs-situation)
Was Sie bekommen
- Take-Rate je Preispunkt (und daraus eine einfache Akzeptanz-/Nachfrage-Logik)
- Grobe Indikation zu „Premium-Potenzial“ vs. „Abbruchrisiko“ im getesteten Korridor
Stärken
- Sehr einfach umzusetzen und im Unternehmen gut erklärbar
- Geringe kognitive Last für Befragte
Worauf achten
- Typisch ist eine „Verhandlungssituation“, die nicht immer realitätsnah ist
- Es lassen sich nur wenige Preispunkte sauber testen – daher sind Preispunkte bewusst zu wählen und bei Bedarf mit realitätsnäheren Designs zu kombinieren
Monadisches Testdesign
Kurz gesagt: Split-Sample-Test: Gleiches Angebot, nur der Preis variiert – dadurch deutlich realistischer als eine Verhandlungssituation. Bei Bedarf können auch mehrere Merkmale des Angebots gleichzeitig variiert werden – Unterschiede in der Bewertung sind dann auf das Gesamtangebot zurückzuführen.
Wann einsetzen
- Wenn Sie ein konkretes Produkt-/Servicebündel realitätsnah testen wollen
- Wenn Sie konkrete Preispunkte in einer A/B-Logik vergleichen möchten
Was Sie bekommen
- Take-Rate-Kurve über mehrere Preispunkte
- Vergleich weiterer KPIs (z. B. Attraktivität/Verständnis/Kauf-Wahrscheinlichkeit )
Stärken
- Hohe Realitätsnähe durch klare ceteris-paribus-Logik (sofern nur der Preis variiert wird)
- Sehr geeignet, wenn Pricing wirklich im Vordergrund steht und sauber attribuiert werden soll
Worauf achten
- Benötigt ausreichend Stichprobe pro Monade
- Disziplin bei der KPI-Auswahl: vorab definieren, welche Metriken entscheidungsrelevant sind (sonst wird es schnell „nice to know“)
Price Sensitivity Measurement (PSM / Van Westendorp)
Kurz gesagt: Ermittelt akzeptierte Preisbereiche über max. vier Preisfragen – ohne dass Sie vorab konkrete Preispunkte festlegen müssen
Wann einsetzen
- Wenn Sie einen ersten, indikativen Preisrange braucht (Early-Stage Pricing)
- Wenn Sie Preisschwellen identifizieren wollen
Was Sie bekommen
- Akzeptierter Preisbereich und Orientierungsmarken („zu günstig“/„zu teuer“ etc.).
- In adaptierter Form auch Hinweise auf Spielräume bei Preiserhöhungen
Stärken
- Geringe Anforderungen an das Unternehmen (keine fixen Preispunkte notwendig)
- Methodisch relativ einfach und im Unternehmen gut vermittelbar
Worauf achten
- Ohne Anpassungen werden Preise von Befragten häufig zu niedrig eingeschätzt (Preis-Potenzial wird nicht ausgeschöpft)
- Bei schlechtem Preiswissen können „weiss nicht“-Antworten zunehmen – deshalb ggf. mit Preiswissens-Massnahmen kombinieren
- Ausweg – Mit Markt- oder Zielpreisen ankern
Conjoint
Kurz gesagt: : Modelliert Trade-offs zwischen Leistungsmerkmalen und Preis – ideal für Packaging, Portfolio und Szenario-Simulationen.
Wann einsetzen
- Wenn mehrere Angebotsmerkmale gleichzeitig optimiert werden sollen (nicht nur „der eine richtige Preis“)
- Wenn Sie Portfolio-/Bundle-Entscheide mit Simulationen absichern wollen
Was Sie bekommen
- Nutzenwerte/Relative Präferenzen je Attribut und Preis
- Simulationen: Wie verändern sich Wahlanteile/Präferenzen bei unterschiedlich konfigurierten Paketen/Preisen?
Stärken
- Sehr stark für „What-if“-Entscheide in komplexen Produktbündeln
- Liefert eine strukturierte Grundlage für Portfolio- und Paketierungsentscheide
Worauf achten
Klassische Conjoints haben typische Realitätslücken:
- Mindestanforderungen (nicht alles ist durch günstigen Preis kompensierbar)
- Preisschwellen (zwischen getesteten Preispunkten können Schwellen liegen, die Conjoint im klassischen Ansatz nicht erkennt)
- Unrealistischer Preisfokus durch die tabellarische Darstellung der Produktbündel
Um diese Punkte zu entschärfen, sollten ergänzende Informationen im Rahmenfragebogen erhoben und in Simulationen berücksichtigt werden, z. B.:
- nicht-kompensatorische Merkmale (No-Go’s),
- Preisschwellen (z. B. via PSM),
- Messung von Preisinteresse zur Kalibrierung des Preiseffekts

Entscheidungs-
prozesse verstehen
Unabhängig von der gewählten Preisforschungsmethode ist ein grundsätzliches Verständnis der Entscheidungsprozesse Ihrer Kund:innen von entscheidender Bedeutung. Hierzu gehört die Beantwortung der folgenden Fragen (Auswahl):
- Was sind Treiber und Barrieren im Entscheidungsprozess?
- Welche Relevanz hat der Preis im Kontext weiterer Merkmale wie z.B. eigene und / oder fremde Erfahrungen mit dem Anbieter, Serviceleistungen, Markenwahrnehmung etc.?
- Was ist die Preismotivation der Kund:innen (Jagd nach dem besten Deal; Vermeidung böser Überraschungen; Wunsch sich etwas zu gönnen …)
- Wie gut ist das Preiswissen der Kund:innen?
Aus den Antworten auf diese Fragen ergibt sich ein differenziertes Profil Ihrer Kund:innen. Vor diesem Hintergrund werden die konkreten Ergebnisse der Preisforschungsmethoden interpretiert und praxisnahe Empfehlungen für die Preissetzung und deren Durchsetzung am Markt abgeleitet.